Bäckerei Christian in Miehlen gibt gute Brote & Backwaren an die Tafel in Nastätten
Lebensmittelverschwendung ist Bäckermeister Dominik Christian und dem Team der Bäckerei Christian ← ein Dorn im Auge.
Rhein-Lahn-Kreis / Miehlen. „Chef, die Mitarbeiter der Nastätter Tafel ← sind da“, ruft Iris Rotard-Hilge von der Verkaufstheke nach hinten in die immer offene Backstube der Bäckerei Christian in der Haargasse 13 in Miehlen.
In der Bäckerei steht Helmut Sebastian mit seinem Kollegen von der Tafel Nastätten. Zwei große leere Kisten haben sie dabei.
Helmut Sebastian ist schon rund 10 Jahre für die Tafel in Nastätten ← ehrenamtlich tätig, wie ich in unserem kurzen Gespräch von ihm erfahre. Sein Kollege, dessen Namen ich leider vergesse zu erfragen, ist seit eineinhalb Jahren ehrenamtlich für die Tafel Nastätten unterwegs.
„Wir machen das damit, Menschen, die wenig haben, gute Lebensmittel zugänglich gemacht bekommen“, sagen die beiden mir auf meine Nachfrage hin.
Dass die Nachfrage bei den Tafeln seit Jahren allgemein stetig ansteigt, und das nicht nur bei der Nastätter Tafel, ist wohl kein Geheimnis?!

Bäckermeister Dominik Christian und dessen Team sind froh darüber, dass Helmut Sebastian und sein Kollege regelmäßig die guten Brote, Teilchen usw. für die Tafel abholen. „So werden wertvolle Lebensmittel vor dem Wegwerfen gerettet und erfüllen damit einen wichtigen und guten Zweck – direkt in der Region“, sagt Bäckermeister Dominik Christian.
„Brot vom Vortag ist für viele Menschen schon ‹altes› Brot und wird nicht mehr gekauft“, stellt Bäckermeister Dominik Christian fest. Weiter berichtet er: „Ein gutes, handwerklich hergestelltes Vollkorn-Sauerteig-Brot, wie z. B. unser Roggenvollkornbrot (gibt es immer donnestags), schmeckt erst einen Tag bzw. zwei Tage nach dem Backen so richtig, weil es diese Zeit braucht, um auszureifen und das volle Aroma zu entwickeln.“
Insofern verstehen der Bäckermeister und sein kleines Team die Haltung zu „Brot vom Vortag“ vieler Menschen nicht. „Wir sehen es ja immer wieder bei uns an der Verkaufstheke, wo wir Brote und Teilchen vom Vortag mit einem Preisabschlag anbieten – die Nachfrage ist hier insgesamt eher mittelmäßig“, so Bäckermeister Dominik Christian. Und so bleiben oft beste Brote und Backwaren aus handwerklicher Herstellung bei ihm liegen.
„Da kommt übers Jahr hin gesehen ordentlich etwas an Brot, Kuchen und Teilchen zusammen, die wir nicht mehr verkaufen können“, stellt der Bäckermeister mit nachdenklicher Miene fest.
Ich frage: „Kann man das in der Backstube nicht besser planen, so dass möglichst nichts an guten Broten und Backwaren übrig bleibt?“ „Nein“, antwortet Bäckermeister Christian direkt. „Wir versuchen, Tag für Tag, Woche für Woche und Jahr für Jahr genau so viel zu backen, wie von unseren Kunden nachgefragt wird. Leider steckt man da nicht drin, wann wovon wie viel gekauft wird. Mal haben wir zu wenig und an anderen Tagen zu viel gebacken“, erläutert der Bäckermeister.
Anmerkung des Verfassers: So geht es wohl vielen kleinen Handwerksbäckereien ebenfalls, denn diese Tatsache habe ich schon von vielen Bäckern in diversen Gesprächen bestätigt bekommen.
„Wir freuen uns deshalb sehr darüber, dass ehrenamtlich engagierte Menschen wie Helmut Sebastian und dessen Kollege übriggebliebene Brote und Backwaren retten und durch die Tafel in Nastätten an Menschen weitergeben, die sie brauchen und wertschätzen, denn schließlich seien das ja wertvolle Grundnahrungsmittel“, sagt Bäckermeister Dominik Christian.
Von Andy Walther
Fotos © 2026 by Andy Walther











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