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Eine gärtnerische Zeitenwende für den Artenschutz! Und das nicht nur im eigenen Garten.

Erneut preisgekrönt: Die Pionier-Arbeit von Christiane Frank aus Diez

Vor 4 Monaten traf ich zum ersten Mal Christiane Frank bei sommerlicher Wärme in ihrem herrlich blühenden Garten in Diez. → rheinlahner.de. Inzwischen ist es Herbst und regnerisch geworden und es ist Einiges passiert. Zwei große Tische stehen im Garten, belegt von zahllosen Pflanztöpfchen. Auf einem Treppchen am Haus warten weitere Pflanzgefäße mit Setzlingen. „Die hab‘ ich alle bei mir ausgepflanzt. Mal sehen, was davon überlebt. Im Frühjahr bei der ‚offenen Gartenpforte‘ stehen die zum Verkauf“, so Christiane Frank.

→ Der Tag der offenen Naturgartenpforte ist eine bundesweite Aktion von Städten und Kommunen, bei der überall in Deutschland Menschen ihre Gartentore öffnen und ganz konkret zeigen, wie naturnahe Gartengestaltung geht.

Persönlich Verantwortung für den Artenschutz übernehmen

Christiane Frank ist eine von immer mehr Gartenbesitzerinnen in Deutschland, denen es noch um was anderes geht als nur einen privaten Ort fürs Entspannen und Genießen zu pflegen. Christiane Frank teilt mit denen die Überzeugung, dass konventionelle Gärten nur oberflächliche Schönheiten für unser Auge bieten, aber der Natur und besonders der heimischen Tierwelt oft eher Schaden zufügen. Das entscheidende Stichwort für dieses Schaden zufügen heißt: → Invasive Arten!

Im Garten und für die naturnah pflanzende Gärtnerin heißt das, stattdessen auf heimische Pflanzen zu setzen und so gesellschaftliche Verantwortung für den Artenschutz direkt vor und hinterm eigenen Haus zu übernehmen. Und damit ist man mitten in der Beschäftigung mit der konkreten Pflanzenwelt und einer Zeitenwende im eigenen Garten.

Zeitenwende im eigenen Garten – und bei öffentlichen Grünflächen?

„Ich will’s dann wissen,“ charakterisiert Christiane Frank ihre große Beharrlichkeit bei der Umgestaltung ihres knapp 900 qm großen, an der Aar in Diez gelegenen Gartengrundstücks. Dieser Wille zum Wissen hat dazu geführt, dass sie sich nicht nur als einzelne Pionierin dieser Zeitenwende versteht, sondern zusammen mit anderen Mitstreitern eine Mission, eine wichtige gesellschaftliche Botschaft verbindet. Und die heißt in einem Satz: Lasst uns die Gestaltung der Gärten und Grünflächen grundlegend anders – und das heißt naturnah – machen.

Lebendige Gärten und Grünflächen, die unsere heimische Natur stärken und der so wichtigen Biodiversität eine echte Chance geben. Keine „aufgeräumten“ Gärten und tote, robotergemähte Rasenflächen. Genauso gilt dies für die zahllosen Schul- und Kindergartengrundstücke in Rheinland-Pfalz. Diese könnten lebendige Vorbilder und Anschauungsobjekte naturnahen Gärtnerns für die kommenden Generationen sein.

Nicht zuletzt böte all das „Grün“ auf öffentlichen Flächen in den Städten und Gemeinden eine Chance, Artenschutz konkret zu machen!

Noch eine Prämierung! Bienenschutz ganz praktisch

Preisverleihung_Frank_1-1024x684 Eine gärtnerische Zeitenwende für den Artenschutz! Und das nicht nur im eigenen Garten.
© Rasele Photography (mit freundlicher Genehmigung)

Die Konsequenz, mit der Christiane Frank ihr Anliegen seit drei Jahren verfolgt, stößt auf deutliche und öffentliche Resonanz. Bereits im Frühjahr 2026 hatten Christiane und Matthias Frank eine → Goldprämierung für ihren Garten bekommen – die einzige im Rhein-Lahn-Kreis!

Nun gab es erneut eine Auszeichnung im Pflanzwettbewerb 2026 von → Deutschland summt! Für die dahinterstehende → Stiftung für Mensch und Umwelt steht bei diesem Wettbewerb der praktische Bienenschutz durch die richtigen gärtnerischen Aktivitäten in Städten und Gemeinden im Vordergrund. Bienenschutz und eine naturnahe Gestaltung der Privatgärten gehören dafür untrennbar zusammen.

Herzlichen Glückwunsch auch von rheinlahner.de zum erneuten Erfolg!!

Am 19. September waren alle Preisträgerinnen und Preisträger in Berlin zur → Prämierungsfeier eingeladen. Ein Treffen von 150 Menschen, die sich an den unterschiedlichsten Stellen ganz konkret und praktisch für Natur- und Umweltschutz zugunsten der Biodiversität heimischer Wildbienen einsetzen. Für Christiane und Matthias Frank die Gelegenheit, gleichgesinnte Menschen und Aktivisten für naturnahes Gärtnern kennenzulernen.

Bienen, Libelle und Blattläuse

Bei meinem ersten Besuch im Juni stand Christiane Franks Garten noch ganz im Zeichen der großen Umwandlung in ein Refugium für heimische Pflanzen und Tiere. Ein Gutteil der Gartenfläche war bereits umgestaltet, unerwünschte, invasive Pflanzen aus den Beeten entfernt und die Neuanlage rund um einen kleinen Teich in vollem Gang. Jetzt ist dieser Schritt so gut wie fertig.

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Der Gartenteich wurde noch etwas erweitert und die Uferanlage so gestaltet, dass insbesondere Libellen die Chance haben, hier zu leben und gute Gelegenheiten zur Vermehrung haben. „Inzwischen haben sich bereits 5 Arten bei mir angesiedelt“, erklärt Christiane Frank mir zufrieden und stolz auf ihren Erfolg. Sie dokumentiert die Veränderung der Tierwelt in ihrem Garten und kann mir zeigen, wie sie erstaunlich rasch auf ihre Veränderungen der Gartengestalt und Bepflanzung folgen.

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Da sind eben nicht nur die heimischen Pflanzen, die sie selbst in ihren Garten holt und dort sich überlässt. Da sind genauso die Pflanzen, die ohne ihr Zutun sich einfinden und die sorgfältig vorbereiteten ökologische Nischen besetzen.

Eine dieser wertvollen ökologischen Nischen ist das erst kürzlich angelegten Gründach für einen Unterstellplatz am Haus. Hier gedeiht nun die von Christiane Frank eingesäte, vom Aussterben bedrohte → Ackerringelblume.

Hinzu zu der Pflanzenvielfalt kommen die verschiedensten kriechenden, saugenden und fliegenden Insekten, Vögel wie Zaunkönig und Buntspecht, und Kleintiere, die sich nach und nach ihre Plätze im naturnahen Garten erobern. Ja: die Blattlaus gehört genauso dazu wie die grüne Blattwanze und die schillernden Libellen.


Die folgenden Bilder wurden alle im Garten von Matthias und Christiane Frank aufgenommen. Photos © Christiane Frank (mit freundlicher Erlaubnis)

So sieht der aktuelle Einsatz in Christiane Franks Garten konkret aus – Vermehrung aus selbst gesammelten Samen

Die Tische im Garten sind der Startplatz für den nächsten Schritt. In den Töpfen und Töpfchen sind bereits die in diesem Jahr gesammelten Samen ausgebracht. Jetzt geht es nicht mehr nur um den eigenen Garten, sondern um die Verbreitung der Idee einer naturnahen Zeitenwende im Garten. Und die geht am Besten über Samen, Ableger und Stecklinge. Gelegenheit dazu wird im Juni sein, wenn Christiane Frank ihren → „wilden Garten“ öffnet und die neuen Pflänzchen zum Verkauf anbietet. Der Gewinn wird selbstverständlich für eine gemeinnützigen Zweck gespendet werden.

Frank_2_8-768x1024 Eine gärtnerische Zeitenwende für den Artenschutz! Und das nicht nur im eigenen Garten.

So geht es weiter in Diez und Umgebung

Das ist aber nur ein Teil dieser aktuellen Mission. Den anderen sieht man an verschiedenen Plätzen im Gelände. Was vor vier Monaten grade geschaffen oder noch in Arbeit war, trägt nun erklärende Schilder. Der private Garten hat sich in ein beispielhaftes und beispielgebendes Vorbild und in eine sehr konkrete Aufforderung zum Nachmachen verwandelt. Der Garten wartet darauf, interessierte Gäste und Nachmacherinnen wie Nachmacher zum eigenen Handeln aufzufordern.

Wir von rheinlahner.de wünschen weiter ein gutes Gelingen!

Ich persönlich bin beeindruckt und begeistert von dem, was Christiane und Matthias Frank in ihrem privaten Zuhause geschaffen haben. Ich bedanke mich für die Geduld und die Zeit, die ich mit Christiane Frank beschirmt in ihrem Garten verbringen durfte. Herzlichen Dank für die tollen Fotos, die wir hier veröffentlichen dürfen.

Spätestens bei der nächsten → offenen Naturgartenpforte bin ich wieder da. Hoffentlich mit vielen anderen Interessierten und vielen aufgegangenen Samen!  

Ein bebilderter Gang durch den herbstlichen Garten

© Klaus Amann

Photos © 2026 by Klaus Amann

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