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Ein Stück Italien am Kapuzinerplatz: Giovanni, Ralfs Tiramisu und ein Wochenmarkt zum Verlieben

Das Café am Kapuzinerplatz gehört zum Ehrenbreitsteiner Wochenmarkt wie das Salz in die Suppe – mit italienischem Kaffee, einer besonderen Spezialität und Menschen, die diesem Ort ein Gesicht geben

Ehrenbreitstein / Koblenz. Es gibt Wochenmärkte, da kauft man ein und fährt wieder nach Hause. Und es gibt Wochenmärkte, da bleibt man. Weil die Atmosphäre stimmt. Weil die Menschen freundlich sind. Weil aus dem kurzen Einkauf plötzlich ein schöner Nachmittag wird. Der Wochenmarkt in Ehrenbreitstein gehört für mich eindeutig zur zweiten Sorte. Ich habe ihn schon als einen der schönsten und erfolgreichsten → Wochenmärkte unserer Region beschrieben. Und dabei bleibe ich! Die freundlichen Marktbeschicker, das hochwertige Warenangebot und diese wunderbare Stimmung auf dem Kapuzinerplatz haben mich begeistert.

Und mittendrin beziehungsweise direkt dabei: das Café am Kapuzinerplatz von Giovanni Varvaro.

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Café am Kapuzinerplatz Ehrenbreitstein 2026

Für mich gehört dieses Café zum Wochenmarkt wie das Salz in die Suppe. Man könnte es weglassen. Aber dann würde eben etwas fehlen.

Mittwoch ist Markttag – und zwar zur richtigen Zeit

Jeden Mittwoch von 16.00 bis 19.00 Uhr findet der Wochenmarkt auf dem Kapuzinerplatz statt. Eine Uhrzeit, die auch Menschen entgegenkommt, die tagsüber arbeiten. Nach Feierabend noch regional einkaufen, Bekannte treffen und ein bisschen bleiben: Genau das ist hier möglich.

Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht.

Ein erfolgreicher Wochenmarkt braucht gute Waren. Klar! Er braucht engagierte Marktbeschicker. Auch klar! Aber er braucht ebenso Menschen, die kommen, einkaufen und dieses Angebot regelmäßig nutzen.

In Ehrenbreitstein passt das zusammen. Dazu stehen zwischen den Marktständen Tische und Bänke. Man darf also nicht nur einkaufen, sondern sich auch hinsetzen. Eine ausgesprochen vernünftige Einrichtung, finde ich. Schließlich entstehen die besten Gespräche selten im Laufschritt.

Und wer seinen Marktbesuch um eine Kaffeepause erweitern möchte, hat es nicht weit.

Giovanni Varvaro und ein kleines Stück Italien

Im Café am Kapuzinerplatz ist Giovanni Varvaro der Inhaber. Der Kaffee kommt aus Italien: Café Poli ist die Hausmarke. Das passt. Denn zu einem solchen Platz gehört für mich ein Café, in dem die Pause genauso wichtig sein darf wie die nächste Erledigung.

Erst einkaufen und anschließend einen Cappuccino? Erst einen Kaffee und dann an die Marktstände? Oder zwischendurch kurz die Einkaufstasche abstellen? Darüber sollte jeder selbst entscheiden dürfen. Wir haben schließlich schon genug Vorschriften. Eine verbindliche Reihenfolge für Kaffee und Kartoffeleinkauf brauchen wir nun wirklich nicht.

Das Schöne ist doch: Man muss hier nicht sofort wieder weg. Der Markt schafft einen Anlass, in den Stadtteil zu kommen. Das Café liefert einen guten Grund, noch ein bisschen zu bleiben.

Ralf Martini macht das Tiramisu – und zwar auf seine Weise

Eine Spezialität des Hauses ist das Tiramisu. Zubereitet wird es von Mitarbeiter Ralf Martini – ohne Eier und mit Vanillepudding.

Ja, richtig gelesen: mit Vanillepudding!

Cafe-am-Kapuzinerplatz-Ehrenbreitstein-2026-3 Ein Stück Italien am Kapuzinerplatz: Giovanni, Ralfs Tiramisu und ein Wochenmarkt zum Verlieben
Tiramisu mit Vanillepudding im Café am Kapuzinerplatz in Ehrenbreitstein

Jetzt könnte man natürlich eine internationale Fachkonferenz darüber einberufen, was in ein Tiramisu hineingehört. Mit Tagesordnung, Expertenrunde und einer emotionalen Wortmeldung aus Italien.

Man könnte aber auch einfach einen Löffel nehmen.

Ralf Martini gibt dem Dessert seine eigene Handschrift. Und genau solche Besonderheiten machen ein Café interessant. Nicht überall dasselbe, nicht alles austauschbar, sondern eine Spezialität, hinter der ein Mensch mit Namen steht. Hier heißt dieser Mensch Ralf Martini.

Und wer eigentlich nur einen Kaffee trinken wollte, darf seine Planung angesichts eines Tiramisus selbstverständlich noch einmal überdenken. Spontane Entscheidungen müssen ja nicht immer unvernünftig sein.

Ein historischer Platz, auf dem heute das Leben stattfindet

Der Kapuzinerplatz ist für Markt und Café eine besondere Kulisse. Er entstand auf einem Gelände südlich vor der damaligen Stadt, unmittelbar vor dem Kapuzinerkloster. Die Kapuziner kamen 1627 auf Wunsch des Trierer Kurfürsten Philipp Christoph von Sötern nach Ehrenbreitstein. Die Klostergebäude waren 1629 fertiggestellt. Die Geschichte dieses Ortes war allerdings nicht immer beschaulich. Während der Belagerung der Festung brannte das Kloster 1636 fast vollständig aus. Später wurde es wieder aufgebaut. Auch Hochwasser setzte der Anlage über die Jahrhunderte wiederholt zu.

Wer hier heute seinen Kaffee trinkt, sitzt also an einem Ort, der schon einiges erlebt hat.

Klosterbrüder, Kurfürsten, Krieg und Hochwasser – und heute Marktstände, Einkaufstaschen und Kaffeetassen. Ich finde gerade diese Verbindung schön. Geschichte ist hier nicht nur etwas, das man auf einer Tafel nachliest. Der Platz wird genutzt. Menschen kommen zusammen. Es wird eingekauft, geredet und gelacht.

Ein historischer Platz muss schließlich nicht still sein, damit man ihn wertschätzt. Gute Märkte leben von guten Nachbarn.

Was mich am Ehrenbreitsteiner Wochenmarkt besonders beeindruckt hat, waren die offenen und freundlichen Menschen an den Ständen. Ich habe in meinem ersten Bericht ausdrücklich Danke gesagt für die Gespräche und die Bereitschaft, meine Fragen zu beantworten. Diese persönliche Atmosphäre gehört für mich wesentlich zum Erfolg des Marktes.

Ein Café direkt dabei ergänzt das auf wunderbare Weise.

Markt und Gastronomie müssen keine getrennten Welten sein. Im Gegenteil: Sie können einander guttun. Wer einkauft, bleibt vielleicht auf einen Kaffee. Wer wegen des Cafés kommt, schaut vielleicht noch an den Ständen vorbei.

So wird aus einem Platz ein Treffpunkt.

Dafür braucht es keine komplizierten Schlagworte. Dafür braucht es Menschen, die etwas anbieten, Menschen, die dieses Angebot annehmen, und einen Ort, an dem man gerne zusammenkommt.

Die Einkaufstasche darf noch einen Moment warten

Wer mich also fragt, wo man einen schönen Wochenmarkt besuchen und den Einkauf mit einer gemütlichen Pause verbinden kann, bekommt eine klare Antwort: mittwochs nach Ehrenbreitstein!
Von 16.00 bis 19.00 Uhr ist Markt auf dem Kapuzinerplatz. Und das Café von Giovanni Varvaro gehört für mich dazu.

Mit italienischem Kaffee von Café Poli. Mit Ralf Martinis Tiramisu ohne Eier und mit Vanillepudding. Und mit der Möglichkeit, einen eigentlich ganz gewöhnlichen Mittwoch ein bisschen schöner zu machen.

Die Einkaufstasche darf dabei ruhig kurz warten.

Von Andy Walther in Kooperation mit 56 Aktuell 
Fotos © 2026 by Andy Walther

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